2010 - Komponieren heute 3

Komponieren heute 3

Seminar. Vorträge. Konzert mit führenden Komponisten der mittleren Generation

mit Jean-Luc Hervé (Paris) und Manos Tsangaris (Dresden)

Brandhofgasse 21, Raum E37

Mittwoch, 28.4. 12-15 Uhr, E37:

Lecture 1a: Ausgangspunkte, Ästhetik, Grundlagen, Tsangaris
16-19 Uhr, E37: Lecture 1b: Ausgangspunkte, Ästhetik, Grundlagen, Hervé
(9-12 Uhr, Ligeti-Saal: Probe Hervé, Grisey)
(16-19 Uhr, Ligeti-Saal: Probe Tsangaris)

Donnerstag, 29.4. 10-13 Uhr, E37:

Lecture 2a: Analysen: Struktur und Deutung, Tsangaris
14-17 Uhr, E37: Lecture 2b: Analysen: Struktur und Deutung, Hervé
(10-12 Uhr, Ligeti-Saal: Probe Hervé)
(16-19 Uhr, Ligeti-Saal: Probe Tsangaris)

Freitag, 30.4.

10-14 Uhr, Ligeti-Saal: Generalprobe

19 Uhr, Ligeti-Saal: Einführungsgespräch

19.45 Uhr, Ligeti-Saal: Konzert NEUE MUSIK Meet the composer (abo@MUMUTH - 5. Veranstaltung)

19.45 Uhr MUMUTH, Foyer, rote Stiege

Manos Tsangaris: Stiegenhaus / STOP THE HISTORY (aus Diskrete Stücke, 2007) für zwei Darsteller, zwei Akkordeonisten, Requisite und Licht

ca. 20.00 Uhr MUMUTH, Ligeti-Saal: Konzert

Gérard Grisey: Périodes (Les Espaces Acoustiques II, 1974) für 7 Instrumentalisten (Flöte, Klarinette, Posaune, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass)
Yukiko Watanabe: Poppit Pop-it (2010) for 6 players (Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Klavier, Violine, Violoncello) Uraufführung
Eun Ju Cha: Eremos (2010) für 8 Spieler (Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Akkordeon, Violine, Viola Violoncello, Kontrabass) Uraufführung
Jean-Luc Hervé: Interieur Rouge (1993) für Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier
Jean-Luc Hervé: In Sonore (2002) für Ensemble (Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Streichquartett)

ca. 20.45 Uhr MUMUTH, Foyer

Manos Tsangaris: MUMUTH-Blockade (aus Diskrete Stücke, 2007) für zwei Darsteller, Violine, Viola und Licht
Manos Tsangaris: Lassen Sie... / Innere Stimme / Vorgarten – Dachboden – Paradies: Lesung

MUMUTH-Blockade und Lesung finden simultan statt

Ensemble für Neue Musik der KUG.
Ensemble Zeitfluss.
Dirigent: Edo MIČIĆ


+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Jean-Luc Hervé wurde 1960 geboren; er studierte am Pariser Konservatorium (Conservatoire Supérieur de Musique de Paris), wo er Bekanntschaft mit Gérard Grisey machte. Hier wird ihm sein erster Kompositionspreis verliehen. Seine Doktorarbeit in Ästhetik sowie seine Nachforschungen am IRCAM haben ihn zum theoretischen Nachdenken über seine Arbeit als Komponist angeregt; sein Wohnsitz in der Villa Kujoyama in Kyoto stellten einen großen ästhetischen Schock und einen massgeblichen Wendepunkt in seinem Werk dar. Sein Orchesterstück Ciels erhielt den Goffredo Petrassi-Preis im Jahr 1997. Im Jahre 2003 wurde er vom DAAD für einen Aufenthalt nach Berlin eingeladen. 2004 gründet er zusammen mit Thierry Blondeau und Oliver Schneller die Initiative Biotop(e). Aufführungen seiner Werke durch das Orchestre National de France, das Orchestre Philharmonique de Radio-France, das Orchestra sinfonica dell’Emilia-Romagna „Arturo Toscanini“, Instant Donné, Court-Circuit, Ensemble Intercontemporain, 2e2m, Contrechamps, Berliner Symphonie Orchester, KNM Berlin, Musik Fabrik, Orchestra della Toscana.Hervé ist Lehrer für Komposition am Conservatoire de Boulogne-Billancourt.


Manos Tsangaris
studierte Komposition und Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel und Schlagzeug bei Christoph Caskel an der Musikhochschule Köln. Seine Kompositionen finden international Beachtung und wurden u.a. auf renommierten Festivals wie den Wittener Tagen für neue Kammermusik, Belgrader Internationalen Theaterfestival, der MusikBiennale Berlin, der Biennale Venezia und den Donaueschinger Musiktagen und an Theater- und Opernhäusern in Köln, New York, Mannheim, Dresden und Bielefeld aufgeführt.
Als Dozent war Manos Tsangaris u.a. bei der Sommerakademie Civitella d'Agliano, an der KlangKunstBühne der Universität der Künste Berlin, bei Ny Musikk in Oslo und Stavanger, 2004-2008 bei den Darmstädter Ferienkursen. Im Wintersemester 2008/09 übernahm er eine Vertretungsprofessur für Komposition an der Universität der Künste Berlin. 2009 wurde er als Professor für Komposition an die Hochschule für Musik Dresden berufen und im selben Jahr als Mitglied in die Akademie der Künste, Berlin, gewählt.
Manos Tsangaris erhielt für sein im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2009 uraufgeführtes Stationentheater Batsheba. Eat the History! den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters bei den Donaueschinger Musiktagen 2009.

"Die Frage, wie sich die verschiedenen medialen Wahrnehmungsbereiche des Menschen im Kunstwerk sinn- und bedeutungsvoll verbinden lassen, steht im Mittelpunkt der kompositorischen Arbeit von Manos Tsangaris. Die Tätigkeit des Komponierens bezieht sich damit nicht nur auf die Leistung, Dinge zusammenzufügen (eben zu kom-ponieren), sondern zugleich auf die vorausgehende experimentelle Erforschung der Schnittstellen, an denen mediale Verbindungen überhaupt erst möglich werden. Der Erweiterung des traditionellen Kompositionsbegriffs entspricht die Vielfalt der möglichen Resultate. In den vergangenen 25 Jahren entstanden neben musikalischen Kompositionen auch Gedichte, Prosa und installative wie bildnerische Werke. Obwohl Tsangaris' Arbeiten im Bereich Wort und Bild durchaus Anspruch auf Eigenständigkeit erheben, ist ihre Bündlung und Synthese in einem universell verstandenen Musiktheater das zentrale Moment seiner künstlerischen Tätigkeit." (Raoul Mörchen)

Musiktheorie / Musikanalyse - Kunstuniversität Graz