2010 - Felix Baumann

30. November 2010

Gastseminar Felix Baumann (Zürcher Hochschule der Künste)

Dienstag, 30.11.2010, 15-17 Uhr
Reiterkaserne, Ira-Malaniuk-Saal
Leonhardstraße 82-84


Rhythmisch-zeitliche Aspekte im Sonatensatz

Dass das Seitenthema in der Exposition nicht auf der Tonika steht, ist ein allgemein bekanntes Wissen. Weniger bekannt ist, dass mit der Modulation ein zeitlicher Vorgang einhergeht, der die Sonatensatzform zum dramatischen Ereignis werden lässt. Anhand von Beispielen aus der Wiener Klassik wird erörtert werden, inwiefern zeitlicher Ablauf und harmonische Bewegung einander bedingen.


Felix Baumann

Geboren und aufgewachsen in Speicher bei St. Gallen. Primarlehrerpatent in Kreuzlingen. Studium an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern (Klavier bei Eva Serman, Schulmusik I+II, Dirigieren) und an der Musikakademie Basel (Theorie und Komposition bei Roland Moser und Detlev Müller-Siemens). Daneben beschäftigt er sich eingehend mit Rhythmus bei Pierre Favre.

Felix Baumann wirkt seit 1992 als Professor für Komposition, musiktheoretische Fächer und Interpretation zeitgenössischer Musik an der Zürcher Hochschule der Künste. Er leitet seit 2003 den Master of Arts in Komposition / Musiktheorie und betreut seit 1999 das Studio für Neue Musik, das ihm eine Vielzahl von Begegnungen mit Komponierenden ermöglicht. Mitarbeit in den Vorständen des Komponistenforums (seit 1995) und der IGNM Zürich (1996-2002).

Schwerpunkte seiner kompositorischen Arbeit sind die Erkundung von sich entfaltender Bewegung (das in-Fluss-kommen) sowie die Beschäftigung mit Themen der Verständigung. Entsprechend hat die Auseinandersetzung mit Sprache und Sprechen zu einer ganzen Reihe von Werken geführt. In den letzten Jahren wird ihm der Kontext seiner Werke immer wichtiger, sodass das Schaffen von neuen Werken zum Teil zurücktritt zugunsten komponierter Programme oder spezifischer Projekte.

Sein Oeuvre umfasst Arbeiten für verschiedenste Kammermusikbesetzungen, mehrere Vokalwerke sowie zwei Kompositionen für Orchester. Die meisten seiner Werke entstehen als Auftragsarbeiten. Für sein Schaffen wird Felix Baumann 2002 mit dem Werkjahr der Stadt Zürich für Komponisten ausgezeichnet. Als Komponist und Gastdozent wird er an internationale Symposien, Festivals und Musikhochschulen eingeladen (Trstenice in Tschechien, Festival Cluj Modern in Rumänien, Berlin, Kiev, Sarajewo, wiederholt nach Peking (Beijing Modern International Festival), Nanjing und Shanghai, Rom, Canberra (Canberra International Chamber Music Festival), Sydney und Budapest (Budapest Autumn Festival).

Seine Werke werden von der Schweizerischen Musikedition www.musicedition.ch,
siehe auch unter www.musinfo.ch, vertrieben.

Musiktheorie / Musikanalyse - Kunstuniversität Graz